Der Begriff „New Work“ hat es bereits auf die Liste der Bullshit-Bingo Wörter geschafft, denn jeder versteht etwas anderes darunter: für die einen ist es das, was die bei Google tun (junge Leute, die auf schrillen Möbeln sitzen und fürs Kickern bezahlt werden) und für die anderen ist es schon den Mitarbeitern einen Home Office-Tag pro Woche zu gönnen. Und die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Historisch betrachtet, kam bereits in den 1970er Jahren der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann mit Gedanken zu einer neuen Arbeitsweise um die Ecke: Diese „Neue Arbeit“ sollte sich weiterentwickeln, weg von der Automatisierung hin zu Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit und Gemeinschaft.

Wer bei den Schlagwörtern nicht die agilen Glocken klingeln hört, hat bis jetzt unter einem Stein gelebt (und noch keinen unserer anderen Blogeinträge gelesen).

New Work – New Life – New Balance

Die Arbeitswelt unterliegt einem generellen Wandel und der ist zurzeit besonders stark wahrzunehmen. Denn im Zuge von Digitalisierung und Globalisierung entwickeln sich Gesellschaften in rasender Geschwindigkeit. So suchen Arbeitnehmer nicht mehr nur die Balance zwischen Arbeit und Freizeit, sondern vielmehr die Integration: Freie Zeit und Arbeitszeit sollen Hand in Hand gehen und harte Grenzen dazwischen verschwimmen. „New Work“ bezeichnet diesen Wandel hin zu einer sinnstiftenden, nachhaltigen und zukunftsfähigen Kultur in den Unternehmen. Dadurch wird Arbeit flexibler und auch produktiver, braucht aber ebenso stabile Rahmenbedingungen wie die Rückendeckung der Führungsebene.

Technik – Raum – Methode

Arbeitnehmer brauchen Arbeitszeitmodelle, in denen ihnen Entscheidungs- und Handlungsspielräume eingeräumt werden. Mit der daraus entstehenden Eigenverantwortung entwickelt sich eine lebhafte Kommunikationskultur. Die Werkzeuge sind alle vorhanden:

Die Technik bietet uns die Möglichkeit sogar über Kontinente hinweg den gleichen Bildschirm zu sehen, Dokumente simultan zu bearbeiten und miteinander zu reden.

Raumkonzepte haben ihren Weg von zu Hause in die Büros geschafft. Die neue Arbeitswelt bietet Möglichkeiten zur kollaborativen Arbeit und dehnt über Konzepte wie „Desksharing“ und „Coworking Spaces“ den Arbeitsplatz nahezu unbegrenzt aus.

Arbeitsmethoden wie z.B. Scrum und Kanban, die Selbstbestimmung der Arbeitnehmer und den Teamgedanken in den Vordergrund stellen, unterstützen flexible Arbeitszeitmodelle und die Werte von „New Work“.

Zusammenspiel – Engagement – Mut

Für den Erfolg einer Kultur des neuen Arbeitens braucht es neben dem harmonischen Zusammenspiel von Technik, Raum und Methode vor allem das Engagement aller Mitarbeiter. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wenn alle auf das gleiche Ziel hinarbeiten, können selbst kleine Teams Berge versetzen. Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen müssen nur den Mut aufbringen neue Wege zu gehen, außerhalb bestehender Grenzen zu denken und einander Vertrauen.